Franz Albert Venus
Spätromantik Dresden italienische Landschaften
Franz Albert Venus war ein deutscher Maler, Zeichner und Radierer. Er ist einer der herausragendsten Vertreter der Dresdner Spätromantik. Seine bedeutendsten Werke entstanden auf seinen Reisen nach Italien in den Jahren 1866/67 und 1869 in der Technik der Ölstudien und Aquarelle. Venus' Eltern starben, als er sehr jung war. Der Vater war Hoflakai der Prinzessin von Sachsen, Amalia Marie Friederika Augusta. Der Waise, der als Protestant getauft wurde, kam in ein katholisches Waisenhaus und besuchte später die katholische Freischule in seiner Heimatstadt. Nach dem Schulabgang zu Ostern 1856 besuchte er die Dresdner Königliche Akademie der Bildenden Künste. Von 1860 bis 1866 arbeitete er im Atelier des Malers Ludwig Richter, dessen Lieblingsschüler er gilt. 1861 unternahm er mit seinen Malerfreunden Viktor Paul Mohn (1842–1911), Carl Wilhelm Müller (1839–1904) und Adolf Thomas (1834–1887) eine Studienreise durch Nordböhmen, der in den folgenden Jahren weitere folgten. In diesen Jahren orientiert sich sein Stil deutlich an dem Richters. Die beiden Reisen nach Italien in der zweiten Hälfte der 1860er Jahre sind zentral für die künstlerische Entwicklung von Venus. Ab dem Sommer 1866 konnte Venus mit Unterstützung der sächsischen Prinzessin einige Zeit in Rom und der Umgebung verbringen. Dort entstanden unter anderem eine Reihe von Zeichnungen, die vom Künstler getuscht oder aquarelliert wurden und in denen sich seine stilistischen Besonderheiten erstmals ausdrücken. Gleichzeitig bewegt sich Venus geografisch und stilistisch noch im Gefolge seines Lehrers Richter. Sein Ölgemälde Gewitter in der römischen Campagna (Acqua acetosa), das während dieses Aufenthalts entstand, wurde 1868 mit einem einjährigen Akademiestipendium ausgezeichnet. Dies ermöglichte ihm, zusammen mit seinem Freund Viktor Paul Mohn, erneut zu reisen. Sie reisten erneut an die Orte, die ihr Lehrer Ludwig Richter in den 1820er Jahren gemalt hatte. Die dort entstandenen Zeichnungen und Ölgemälde zeigen Motive aus der Umgebung Roms und aus den Tälern des Anio und des Tiber. Während die kleinformatigen Aquarelle und Zeichnungen noch die Sprache der Frühromantik sprechen, entwickelt Venus in seinen Ölstudien aus Italien eine eigenständige Bildsprache, die in der Lichtführung erste impressionistische Effekte subtil einsetzt. Die italienischen Werke von Venus bilden den Abschluss von fünfzig Jahren Dresdner Romantik, die maßgeblich von Ludwig Richter geprägt wurde. Im Jahr 1870 heiratete Venus nach seiner Rückkehr aus Italien Cäcilie Plaul und wurde damit Schwager des Illustrators Wilhelm Claudius und seines Malerfreundes Carl Wilhelm Müller. Mit letzterem und ihrem gemeinsamen Lehrer Ludwig Richter unternahm Venus eine letzte Studienreise durch Nordböhmen. Im folgenden Jahr starb Venus an Lungenschwindsucht. Der Albert-Venus-Weg als Abzweig der Ludwig-Richter-Straße im Dresdner Stadtteil Loschwitz ist nach ihm benannt.
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