Richard von Poschinger
Atmosphärische bayerische Landschaften im französisch-deutschen Stil
Richard Ludwig Josef Ritter und Edler von Poschinger war ein deutscher Maler. Richard von Poschinger stammte aus der alten bayerischen Familie Poschinger, deren Stammreihe mit Joachim Poschinger (1523–1599), Junker auf Zwieselau (Landkreis Regen) im Bayerischen Wald, beginnt und die erstmals 1140 urkundlich erwähnt wurde. Ab 1859 war er Meisterschüler von Adolf Lier. Er malte ausschließlich atmosphärische Landschaften. Da es an der Akademie keine Klasse für Landschaftsmalerei gab, trat er 1870 in die private Malerschule ein, nachdem er zunächst als Kaufmann ausgebildet worden war. Zahlreiche Studienreisen führten ihn nach England, Belgien, Holland und Italien. Fast jedes Jahr waren seine Gemälde auf den Ausstellungen im Münchner Glaspalast zu sehen. Medaillen in London, Madrid, Philadelphia und Sydney zeugen von seinem internationalen Erfolg. Trotz seiner Auslandsaufenthalte blieb der Künstler, der abwechselnd in München, Berg am Starnberger See und Schleißheim lebte, seiner oberbayerischen Heimat treu. Basierend auf einer präzisen Naturbeobachtung und kombiniert mit atmosphärischen Phänomenen sind seine Landschaftsschilderungen Stimmungsträger und geben eindrucksvolle Bilder der für das Motiv gewählten Ausschnitte wieder. Er wandte sich nicht dem Spektakulären und der Größe der Natur zu, sondern suchte die Nähe zur schlichten und einfachen Natur. Poschingers Werk ist somit eng mit der traditionellen Landschaftsmalerei verbunden. Beeindruckt von den malerischen Leistungen der Schule von Barbizon, insbesondere ihres Vertreters Charles-François Daubigny, gelang es ihm, die französischen Einflüsse des Paysage intime mit der Tradition der süddeutschen Atmosphäre Eduard Schleichs des Älteren zu verbinden.
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