Der Witwer
1844
Carl Spitzweg war ein Meister darin, die Eigenheiten des Alltagslebens im Deutschland des 19. Jahrhunderts einzufangen, oft mit einem Augenzwinkern und einem sanften Stoß. Hier sitzt ein Mann in schwerer schwarzer Trauerkleidung steif auf einer Bank, klammert sich an ein Taschentuch und starrt sehnsüchtig auf zwei junge Frauen, die in den sonnendurchfluteten Garten schlendern. Der Kontrast ist entzückend: das lebendige, gefleckte Licht und die sorglosen Damen im Gegensatz zur düsteren, isolierten Figur des Witwers. Dieses Werk ist ein klassisches Beispiel des Biedermeier-Stils – einer gemütlichen, häuslichen Abzweigung der Romantik –, in dem Spitzweg die Einsamkeit des bürgerlichen Lebens sanft aufs Korn nimmt.
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