Stehender Halbakt
1919-1924
Edvard Munch, bekannt für das schreiende Gesicht der existenziellen Angst, wählt in diesem zarten Aquarell einen viel weicheren, gespenstischen Ansatz. Das zwischen 1919 und 1924 entstandene Werk zeigt eine blasse, ätherische Figur, die aus einem dunklen, schweren Farbblock aufsteigt und fast wie ein Geist wirkt, der aus der Erde emporsteigt. Die lockeren Waschungen in Rosa und Grün deuten auf einen verblassenden Körper hin und spiegeln Munchs fragile Gesundheit nach der Überwindung einer schweren Krankheit und eines Nervenzusammenbruchs wider. Es ist eine eindringlich schöne Erinnerung daran, dass sogar der Meister der Angst mit flüsternder Zärtlichkeit malen konnte.
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