Selbstbildnis mit Zigarette
1914
Ernst Ludwig Kirchner starrt uns in diesem auffälligen Selbstporträt von 1914 mit intensiven, ausgehöhlten Augen an, während eine Zigarette lässig von seinen Lippen hängt. Als Gründungsmitglied der deutschen expressionistischen Gruppe „Die Brücke" setzte er sich für die Wiederbelebung des Holzschnitts ein und verwendete raue, gezackte Linien sowie starke Schwarz-Weiß-Kontraste, um rohe Emotionen statt realistischer Details einzufangen. Die schweren Schatten lassen ihn fast wie einen Geist erscheinen, der aus der Dunkelheit auftaucht, und spiegeln die Angst der Zeit wider, als der Erste Weltkrieg kurz vor dem Ausbruch stand. Es ist eine stimmungsvolle, kraftvolle Momentaufnahme eines Künstlers am Abgrund.
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