Junge Mutter
1914
Egon Schieles Werk „Junge Mutter" aus dem Jahr 1914 bietet eine rohe, kantige Interpretation des traditionellen Motivs von Mutter und Kind. Die bleiche, fast abgemagerte Mutter ist in eine schwere, gemusterte Decke gehüllt, ihre Arme sind hoch erhoben, als würde sie sich oder das Kind vor der Welt abschirmen. Ein Baby in einem leuchtend roten Hemd klammert sich an ihre Brust und setzt einen farblichen Akzent gegen die düsteren, erdigen Töne. Es ist ein klassisches Beispiel des Wiener Expressionismus, der Sentimentalität abstreift, um etwas Verletzlicheres und Intensiveres offenbaren.
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